Gütesiegel: „Label Rouge“

 

 

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Das Label Rouge ist eines der ältesten Qualitätssiegel für Lebensmittel. Es zeichnet die qualitativ hochwertigsten Lebensmittel aus, welche in der Herstellung und im Geschmack eine herausragende Stellung einnimmt.

Es besteht seit 1960 und ist hervorgegangen aus einer Basisbewegung von Landwirten. Es handelt sich nicht um eine Marke sondern um ein Gütesiegel, das von unabhängigen Institutionen vergeben wird. Das Label Rouge gilt weltweit als Vorbild für die Vermarktung qualitativ hochwertigster Lebensmittel. Die Produkte behaupten sich am Markt obwohl die Preise zum Teil doppelt so hoch sind, wie für unzertifizierte Produkte.

Die Auszeichnung setzt ein amtlich genehmigtes Lastenheft strengster Kriterien voraus, die von einer Erzeugervereinigung aufgestellt wurden.

Sämtliche Anforderungen, die das Produkt erfüllen muss – insbesondere in Bezug auf die technischen Aufzuchtbedingungen, die Futterqualität, die Installationen und Anlagen, die Hygiene und die Schulung des Personals – sind in diesem Lastenheft zusammengefasst.

Die Bestätigung des Lastenhefts erfolgt per ministeriellem Erlass auf Vorschlag des Institut National de l’Origine et de la Qualité (INAO), des staatlichen französischen Instituts für Qualitäts- und Herkunftsbezeichnungen von Nahrungsmitteln

 

Kriterien:

Einige der Kriterien für die Verleihung des Label Rouge am Beispiel der Hühnerzucht:

  • Arten – Nur bestimmte langsam wachsende Arten, die für die Haltung im Freien geeignet sind
  • Ställe – Die Ställe sind mindestens 400 qm groß. Auf keinem Hof dürfen mehr als vier Ställe stehen. Der Abstand zwischen den Ställen muß mindestens 30m betragen
  • Belegung – Jedes Tier muß mindestens 1000 Quadratzentimeter Platz im Stall haben. Nicht mehr als 4.400 Tiere teilen sich einen Stall
  • Freilauf – Ab der sechsten Lebenswoche haben alle Tiere von 9:00 morgens bis Einbruch der Dunkelheit Zugang zum Freigelände. Mindestens 42 Tage ihrer Wachstumszeit verbringen sie im Freien.* Futter – Das Futter besteht zu mindestens 75% aus Getreide und enthält keine Medikamente. Anfangsrationen können bei 50% liegen wegen höheren Soyabohnenanteils. Tierische Produkte, Wachstumsfördernde Mittel und andere Zusätze sind nicht erlaubt. Fischmehl ist nicht erlaubt. Synthetische Aminosäuren sind erlaubt.
  • Medikation – Routinemedikation ist nicht erlaubt. Antibiotika, die durch einen Veterinär verschrieben wurden sind erlaubt. Impfungen sind erlaubt. Bestimmte Mittel gegen Parasitenerkrankungen sind erlaubt, müssen aber spätestens fünf Tage vor der Schlachtung abgesetzt werden.
  • Schlachtung – Die Schlachtung erfolgt frühestens nach 81 Tagen. Das Gewicht (ohne Innereien) muß mindestens 1 kg betragen. Die Schlachthöfe sind maximal 100 km bzw. zwei Stunden Fahrtzeit von den Aufzuchtstellen entfernt

 

Das Etikett

 

Auf dem Etikett finden sich Informationen über

 

  • Name und Anschrift der Zertifikatsstelle
  • Name und Anschrift des Schlacht- oder Verarbeitungs-betriebes
  • Identifizierungsnummer: In der Identifizierungsnummer sind viele Informationen verschlüsselt, die die Lebensgeschichte des Geflügels völlig transparent machen. Der Lebenslauf jedes einzelnen Tieres lässt sich bis zu seinen Eltern und Großeltern zurückverfolgen. Die Nummer enthält auch Hinweise über deren Rasse und Geburtsort, über den Schlupftag und -ort des Kükens, Namen und Anschrift der Brüterei und des Mastbetriebes und die verabreichte Futterration. Auch Schlachttag und -ort können anhand der Identifizierungsnummer festgestellt werden.
  • Art des Produkts: z.B. Hähnchen aus bäuerlicher Freilandhaltung
  • Herkunftsregion: gibt Auskunft, in welcher Region Frankreichs das Geflügel oä. hergestellt, gemästet und geschlachtet wurde.
  • Homologierungsnummer: Seriennummer, die das Label Rouge bei der Vergabe durch das Ministerium erhält und die die jeweilige Produktgruppe kennzeichnet.
  • Verbrauchsdatum: Da frisches Geflügelfleisch leicht verderben kann, ersetzt das Verbrauchsdatum das früher gebräuchliche Mindesthaltbarkeitsdatum. Das Fleisch muss spätestens am angegebenen Tag verbraucht werden.

Quelle: www.effilee.de/wissen